October 20, 2026 | MRO
Laut der Initiative des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) vom 17. Oktober 2026 braucht die deutsche Industrie neue Ansätze für die Sicherung kritischer Rohstoffe. Das Konzept „Co-Invest, Co-Develop, Co-Secure“ setzt dabei auf direkte Investitionen, Entwicklungspartnerschaften und langfristige Abnahmevereinbarungen in Förderländern. Ziel ist es, die Abhängigkeit von einzelnen Lieferquellen zu reduzieren und den Zugang zu wichtigen Rohstoffen langfristig abzusichern.

Die traditionelle Beschaffung von Industriemetallen und Seltenen Erden über reine Markttransaktionen stößt bei stark konzentrierten Märkten an Grenzen. Das BDI-Strategiepapier vom 17. Oktober 2026 empfiehlt deshalb, stärker auf direkte Beteiligungsmodelle zu setzen. Durch Investitionen in Förder- und Raffinerieprojekte können Industrieunternehmen ihren Zugang zu wichtigen Rohstoffmengen langfristig absichern.
In der Praxis bedeutet Co-Investment, dass Unternehmen als Eigenkapitalgeber oder Joint-Venture-Partner in Rohstoffprojekte einsteigen. Die Investitionen können dabei mit Technologie- und Entwicklungspartnerschaften vor Ort verbunden werden. So soll gleichzeitig die lokale Wertschöpfung in den Partnerländern gestärkt werden.
Unternehmen, die ihre Beschaffungsstrategie in diese Richtung weiterentwickeln, müssen dabei neben der Rohstoffversorgung auch die wirtschaftliche und geopolitische Machbarkeit solcher Beteiligungen prüfen. Eine spezialisierte Supply Chain Beratung kann dabei unterstützen.
Die hohe Abhängigkeit von einzelnen Förderländern stellt bei kritischen Rohstoffen ein erhebliches Versorgungsrisiko dar. Das BDI-Modell setzt deshalb auf alternative Lieferquellen und eine stärkere geografische Diversifizierung, unter anderem in Regionen wie Lateinamerika, Afrika und Australien.
Neben direkten Beteiligungen spielen langfristige Offtake-Agreements eine wichtige Rolle. Sie können Kapitalbereitstellung und garantierte Abnahmemengen miteinander verbinden. Für Rohstoffproduzenten entsteht dadurch mehr Planungssicherheit für Investitionen. Industrieunternehmen wiederum können ihren Zugang zu benötigten Rohstoffen langfristiger absichern und ihre Abhängigkeit vom kurzfristigen Spotmarkt reduzieren.
Entscheidend ist dabei eine ausgewogene Beschaffungsstrategie: Beteiligungen und langfristige Verträge können Risiken reduzieren, ersetzen aber nicht die Prüfung von Lieferanten, Regionen und alternativen Bezugsquellen.
Die Umsetzung von Co-Investments und langfristigen Rohstoffpartnerschaften erfordert eine enge Abstimmung zwischen Einkauf, Corporate Finance und Risikomanagement. Unternehmen müssen dabei geopolitische Risiken, Umweltstandards, finanzielle Verpflichtungen und die Entwicklung internationaler Partner kontinuierlich bewerten.
Für die Steuerung solcher mehrstufigen Beschaffungsstrategien ist eine gute Datengrundlage entscheidend. Modernes Supply Chain Beratung kann dabei helfen, Informationen zu Lieferanten, Regionen und Materialflüssen zusammenzuführen.
Digitale Systeme schaffen mehr Transparenz über die Lieferkette – vom Abbau über die Raffination bis zur Verarbeitung. So können Unternehmen potenzielle Engpässe früher erkennen, alternative Kapazitäten bewerten und ihre Rohstoffstrategie besser auf unterschiedliche Szenarien ausrichten.
Der entscheidende Wandel liegt damit weniger im einzelnen Beschaffungsvertrag als in der Frage, wie Unternehmen den Zugang zu kritischen Rohstoffen langfristig sichern. Co-Investments, Entwicklungspartnerschaften und langfristige Abnahmevereinbarungen können dabei eine Ergänzung zur klassischen Beschaffung sein.
GEP Quantum Intelligence verbindet Daten, Entscheidungen und Ausführung über die Lieferkette hinweg, damit Teams Risiken früher erkennen, Szenarien schneller bewerten und Maßnahmen koordiniert umsetzen können.